Die Technologie eignet sich die Straßen an, und um die Verkehrssicherheit zu erhöhen, wird der gesamte kreative Intellekt in ihren Einsatz gesteckt.
Das neueste und ausgefeilteste Beispiel für diesen Trend ist die Einführung von Kameras mit künstlicher Intelligenz durch die DGT (Generaldirektion Straßenverkehr), die in der Lage sind, Nummernschilder zu lesen und Verstöße in Sekundenbruchteilen zu erkennen.
Dieser qualitative Sprung verändert die Verkehrsüberwachung: Es geht nicht mehr nur um die Messung der Geschwindigkeit, sondern um die Analyse und Beurteilung des Verhaltens jedes einzelnen Fahrzeugs mit einer Präzision und Beständigkeit, die kein menschliches Auge aufrechterhalten könnte.
Es ist die Straße, die zu einer Bühne der automatisierten Kontrolle wird, auf der die Maschine unermüdlich beobachtet, verarbeitet und sanktioniert.
Obwohl es vielleicht nicht immer ganz gerecht ist, ist das erklärte Ziel die Senkung der Unfallzahlen.
Die ersten vier Kameras, die bereits in Madrid an kritischen Punkten der A-6, A-1, A-2 und A-42 aktiv sind, konzentrieren sich auf risikoreiche Verstöße wie das Überfahren von durchgezogenen Linien.
Die Technologie namens ANPR (Automatic Number Plate Recognition) ist unerbittlich: Zwei synchronisierte Kameras bescheinigen, ob ein Fahrzeug ein verbotenes Manöver durchgeführt hat, und generieren automatisch ein Bußgeld von 200 Euro, das ohne Zutun eines Beamten nach Hause geschickt wird.
Das seit 2023 getestete System hat eine Effektivität von über 95 Prozent gezeigt, was die DGT überzeugt hat, seinen Einsatz im Laufe des Jahres 2026 auszuweiten.
Diese technologische Effizienz stößt jedoch auf die Komplexität des menschlichen Faktors. Der Text, über den ich nachdenke, weist darauf hin, dass es menschliche Reaktionen gibt, die Kameras nicht verstehen werden, und das ist der Hauptfehler des Systems.
Was passiert, wenn ein Fahrer eine durchgezogene Linie überfährt, um ein unvorhergesehenes Hindernis oder ein Schlagloch zu umfahren? Oder wenn ein Motorradfahrer dies tut, um eine drohende Kollision zu vermeiden?
Der Algorithmus, der darauf trainiert ist, geometrische Muster zu erkennen, unterscheidet nicht zwischen einem vorsätzlichen Verstoß und einem durch die Umstände erzwungenen Ausweichmanöver.
Der Maschine fehlt der Kontext, den jeder Beamte vor Ort interpretieren könnte, was falschen Positivmeldungen und als zutiefst ungerecht empfundenen Sanktionen Tür und Tor öffnet.
Dieser Mangel an Nuancen wird durch die Undurchsichtigkeit des Verfahrens noch verstärkt. Im Gegensatz zu einem herkömmlichen Radar, bei dem das Foto der Geschwindigkeit der Beweis ist, steht der Fahrer hier einem Algorithmus gegenüber, dessen Kriterien vertraulich sind.
Einspruch gegen ein Bußgeld einzulegen, wird zu einem ungleichen Kampf: Der Bürger muss einen technischen Fehler eines Systems nachweisen, zu dem er keinen Zugang hat, während seine Bewegungen in einer Datenbank archiviert werden. Dadurch entsteht eine neue rechtliche Grauzone bezüglich der Speicherung von Bildern und der möglichen Weiterverwendung dieser Daten, was eine unvermeidliche Debatte zwischen Verkehrssicherheit und Privatsphäre auslöst.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Technologie die Straßen mit dem Versprechen nahtloser Sicherheit erobert, aber ihre Einführung spaltet die Gerechtigkeit in zwei Geschwindigkeiten. Auf der einen Seite stehen die „automatisierbaren“ Verstöße, wie das Überfahren einer durchgezogenen Linie, die eine Null-Toleranz-Politik erfahren und unerbittlich geahndet werden. Auf der anderen Seite bleiben jene, die ein menschliches Urteilsvermögen erfordern, wie das unerlaubte Fahren auf der linken Spur, deren Geldstrafe von 200 Euro immer noch von der physischen Anwesenheit einer Streife abhängt.
Die Herausforderung für die unmittelbare Zukunft ist nicht technischer, sondern ethischer Natur: Wie lässt sich diese leistungsstarke künstliche Intelligenz integrieren, ohne jene menschliche Komplexität aus den Augen zu verlieren, die bisher keine Kamera zu erfassen vermag.
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