Die Ankunft des Winters und die aufeinanderfolgenden Stürme, die die Iberische Halbinsel heimsuchen, verändern das Bild der spanischen Straßen radikal. Für Transportunternehmer stellt die Bewältigung eines so anspruchsvollen Terrains wie unserem – mit seinen ausgedehnten Ebenen, Gebirgspässen und starken Steigungen – eine zusätzliche Herausforderung dar, die sowohl das Können des Fahrers als auch den mechanischen Zustand des Fahrzeugs auf die Probe stellt. In diesem Zusammenhang wird das Bremssystem zum wichtigsten Verbündeten für das Überleben auf der Straße, und seine ordnungsgemäße Wartung duldet keine Verzögerungen oder halben Sachen.
Prävention beginnt lange bevor die ersten Schneeflocken fallen oder die ersten Regentropfen. Bei schweren Fahrzeugen mit Druckluftbremsanlagen ist es unerlässlich, den Luftdruck zu überprüfen und die Behälter zu entleeren, um jegliche Ansammlung von Feuchtigkeit zu beseitigen, die bei Temperaturen unter Null gefrieren und das System vollständig blockieren könnte. Ebenso stellt die Überprüfung der Einstellung von Bremsbacken und -belägen, unter besonderer Beachtung der automatischen Nachsteller, sicher, dass die Bremsreaktion angemessen ist, ohne gefährliches Spiel oder übermäßige Reibung, die bei langen Abfahrten von Pässen wie Pajares oder Leitariegos zu Überhitzung führen könnte.
Wenn der Asphalt mit Wasser, Eis oder Schnee bedeckt ist, müssen die Fahrtechniken radikal angepasst werden. Den Sicherheitsabstand auf über zehn Sekunden zum vorausfahrenden Fahrzeug zu vergrößern, ist keine Empfehlung, sondern eine zwingende Notwendigkeit in einem Land mit so unterschiedlichen Straßen wie denen, die die Meseta mit den umliegenden Gebirgsketten verbinden. Allmähliches und sanftes Bremsen unter Vermeidung jeder Heftigkeit ermöglicht es, die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten und verhindert ein Blockieren der Räder, wodurch aus einem einfachen Schrecken eine vermeidbare Tragödie werden könnte.
Einer der häufigsten Fehler unter Fahrern schwerer Fahrzeuge im Winter ist der übermäßige Gebrauch der Motorbremse auf rutschigem Untergrund. Obwohl dieses Hilfsmittel unter normalen Bedingungen nützlich ist, kann seine übermäßige Verwendung auf Eisflächen zu einem Verlust der Traktion an den Antriebsrädern führen und ein gefährliches Schleudern auslösen. Unter diesen Umständen, und besonders in den gebirgigen Abschnitten der spanischen Geografie, ist es sicherer, die Betriebsbremse (Fußbremse) sanft zu betätigen, den Druck zu dosieren und jede Kurve vorausschauend anzufahren.
Die Profis am Steuer müssen aufmerksam auf Anzeichen achten, die auf eine Fehlfunktion des Systems hinweisen. Nachlassende Bremskraft – bekannt als Fading –, seltsame Geräusche beim Betätigen des Pedals oder Vibrationen im Lenkrad sind eindeutige Anzeichen dafür, dass etwas nicht richtig funktioniert. Wenn das Fahrzeug beim Bremsen dazu neigt, zur Seite zu ziehen, liegt ein Ungleichgewicht vor, das einen sofortigen mechanischen Eingriff erfordert, denn auf nassen oder vereisten Straßen kann jedes Ungleichgewicht tödlich sein.
Letztendlich ist die Wintersicherheit im Schwerverkehr kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer Kombination aus einwandfreier Mechanik und umsichtiger, den Umständen angepasster Fahrweise. Angesichts der anspruchsvollen Orographie der Halbinsel – mit ihren Gegensätzen zwischen endlosen Ebenen und tückischen Gebirgspässen – ist das einzig gültige Rezept die Vorbeugung: Prüfen, Vorausschauen und Handeln mit der Sanftmut, die ein tückischer Untergrund erfordert. Der Winter vergibt nicht, und auf der Straße kennt das Leben keine Eile.
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