Der lebensrettende Lichtcode auf der Straße: Wie Lkw kommunizieren

by Marisela Presa

Die Sicherheit auf Spaniens Straßen und Autobahnen hängt zu einem großen Teil von einer korrekten Beschilderung ab, und bei großen Fahrzeugen wie Lastkraftwagen für den Gütertransport wird das Beleuchtungssystem noch entscheidender.

Weit davon entfernt, eine bloße regulatorische Formalität zu sein, hat jedes Licht an einem Auflieger eine spezifische Funktion zur Unfallvermeidung, besonders bei schlechten Sichtverhältnissen oder in der Nacht.
Die spanische Verkehrsbehörde DGT (Dirección General de Tráfico) betont, dass „jeder Moment sein eigenes Licht hat“, ein Prinzip, das Berufskraftfahrer rigoros anwenden müssen, um nicht nur ihre eigene Sicherheit, sondern die aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.

Ein Lastkraftwagen für den Straßengütertransport ist mit einem kompletten Beleuchtungssystem ausgestattet, das über das eines Pkw hinausgeht. Zusätzlich zu den obligatorischen Abblend- und Fernlichtern verfügen diese Fahrzeuge über Umrissleuchten, ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal. Diese sind oben am Fahrzeug angebrachte Positionsleuchten, die die Gesamtbreite des Lkw (mehr als 2,10 Meter) anzeigen – eine entscheidende visuelle Information, damit andere Fahrer die Fahrzeugdimensionen richtig einschätzen und sichere Abstände einhalten können, insbesondere beim Überholen oder bei Nebel.

Die Verwendung der Hauptscheinwerfer muss sorgfältig erfolgen, um nicht zu blenden und die Sicht auf die Fahrbahn zu optimieren. Abblendlicht wird als erstes in Tunneln, in der Dämmerung oder bei starkem Regen eingeschaltet; es wirft einen breiten, asymmetrischen Strahl, der den rechten Fahrbahnrand ausleuchtet, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Fernlicht wiederum ist ein grundlegendes Hilfsmittel auf schlecht beleuchteten Autobahnen und Landstraßen, sofern schneller als 40 km/h gefahren wird. Die Vorschriften sind jedoch eindeutig: Es muss ausgeschaltet und durch Abblendlicht ersetzt werden, wenn man sich einem anderen Fahrzeug nähert (sei es von vorne oder von hinten), um gefährliche Blendung zu vermeiden – ein schwerwiegender Verstoß, der mit Geldstrafen von bis zu 200 Euro geahndet werden kann.

Für spezifische widrige Wetterbedingungen wie dichten Nebel oder sintflutartigen Regen nutzen Lkw Nebelscheinwerfer und -schlussleuchten. Die vorderen Nebelscheinwerfer mit ihrem breiten, niedrigen Strahl verbessern die Ausleuchtung der Fahrbahn, ihre Verwendung ist jedoch nicht vorgeschrieben. Die sehr leistungsstarke Nebelschlussleuchte hingegen ist in diesen Situationen vorgeschrieben, obwohl der Fahrer vorsichtig sein und sie ausschalten muss, sobald sich die Bedingungen bessern, da ihre Intensität nachfolgende Fahrzeuge stark blenden kann – ein sehr häufiges Risiko auf der Straße.

Über den Fahrbetrieb hinaus verfügen Lkw über Beleuchtungssysteme für Notfälle und Manöver. Die Warnblinkanlage ist unerlässlich, um eine Notbremsung aufgrund eines Staus, einer Panne oder eines Hindernisses auf der Fahrbahn anzuzeigen und den nachfolgenden Verkehr zu warnen. Darüber hinaus erlebt der Transportsektor eine Revolution mit der Einführung des vernetzten V16-Notlichts. Ab dem 1. Januar 2026 ist es in allen Fahrzeugen, einschließlich Lastkraftwagen, obligatorisch und ersetzt Warndreiecke. Diese Leuchte, die auf dem Dach des Lkw angebracht wird, ohne dass man aussteigen muss, sendet ein gelbes, rundum sichtbares Licht (360 Grad) über mehr als einen Kilometer aus und übermittelt gleichzeitig den genauen Standort an die DGT-3.0-Plattform, um andere Fahrer zu warnen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Fahren eines Großraumfahrzeugs auf Spaniens Autobahnen eine vollständige Beherrschung seiner Lichtsprache erfordert. Von den Umrissleuchten, die seine Silhouette definieren, über den korrekten Wechsel zwischen Abblend- und Fernlicht, um nicht zu blenden, bis hin zum präzisen Einsatz der Nebelleuchten und der obligatorischen vernetzten V16-Notleuchte. Jedes dieser Lichter, zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt, schafft eine sicherere und vorhersehbarere Verkehrsumgebung und reduziert die Risiken auf der Straße drastisch.

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