Die Kälte soll auf dem Thermometer bleiben, nicht auf deiner Rückfahrt.

by Marisela Presa

Extremes Winterfahren: mehr als Vorsicht, eine Strategie.
Das Eintreffen strenger Winterbedingungen – mit Minustemperaturen, Eisregen, Schneefall und der Bildung von Eisplatten auf der Fahrbahn – verwandelt das Fahren in eine Übung höchster Aufmerksamkeit und Technik. Angesichts dieses Szenarios, das Städte lahmlegt und Straßen, insbesondere in den Bergen oder mit kompliziertem Verlauf, in wahre Schlittschuhbahnen verwandelt, muss der Fahrer eine vorbeugende Mentalität annehmen. Es geht nicht nur darum, langsamer zu fahren; es geht darum, jede Fahrt wie einen kontrollierten Risikoeinsatz zu planen, vorzubereiten und durchzuführen, bei dem ein einziger Fehler schwerwiegende Folgen haben kann.

Der Schlüssel: Die Vorbereitung, bevor der Schlüssel gedreht wird.
Vor Antritt einer Fahrt ist die Planung die erste Lebensversicherung. Es ist unerlässlich, den Straßenzustand und die offiziellen Wetterwarnungen zu prüfen und zu bewerten, ob die Fahrt wirklich notwendig ist. Das Fahrzeug muss fit sein: Reifen mit korrektem Druck und idealerweise Winterreifen oder mit sehr tiefem Profil; angemessene Füllstände von Frostschutzmittel und Scheibenwaschflüssigkeit; und eine gute Batterie. Im Inneren sind Schneeketten oder Spikereifen (je nach lokalen Vorschriften) sowie eine Notfallausrüstung mit Decke, Warnweste, Taschenlampe, Wasser und etwas Essen obligatorisch. Fahrer und Passagiere sollten warm gekleidet sein, falls eine Notsituation sie zwingt, das Fahrzeug zu verlassen.

Auf Landstraßen und in der Stadt: extreme Sanftheit und Sicherheitsabstand.
Sobald man unterwegs ist, lautet das Gebot Sanftheit. Jede abrupte Manöver – Beschleunigen, Bremsen oder Lenken – kann auf Eis oder festgefahrenem Schnee zum Kontrollverlust führen. Die Geschwindigkeit muss erheblich reduziert und der Sicherheitsabstand mindestens verdreifacht werden. In der Stadt ist auf Brücken, Überführungen und beschatteten Bereichen, wo sich zuerst Eis bildet, äußerste Vorsicht geboten. Die Bremsen müssen äußerst behutsam betätigt werden, vorzugsweise mit der Motorbremse. Eine konstante Traktion beizubehalten und abrupte Spurwechsel zu vermeiden, ist grundlegend, um die Kontrolle über das Fahrzeug nicht zu verlieren.

Die größte Gefahr: steile und bergige Strecken.
Auf kurvigen Straßen mit starken Gefällen und begrenzten Schutzplanken vervielfacht sich das Risiko. Hier ist zusätzlich zu allen vorgenannten Maßnahmen der Einsatz von Schneeketten unerlässlich, wenn es vorgeschrieben ist oder sich Schnee ansammelt. Bei Steigungen muss ein hoher und konstanter Gang eingehalten werden, um ein Durchdrehen der Räder zu vermeiden. Bei Gefällen ist es entscheidend, niedrige Gänge zu nutzen, um mit der Motorbremse zu verzögern und eine dauerhafte Betätigung des Bremspedals zu vermeiden, die zu Fading (Bremskraftnachlass) oder Radblockieren führen kann. Unter diesen Bedingungen sollte man niemals überholen versuchen und muss darauf vorbereitet sein, in jeder Kurve stehende Fahrzeuge anzutreffen.

Die Demut des erfahrenen Fahrers.
Angesichts extremer Wetterbedingungen muss selbst der erfahrenste Fahrer mit Demut und Respekt handeln. Die wichtigste Warnung kommt von innen: zu erkennen, dass die Bedingungen am Limit sind und die Reaktionsfähigkeit des Fahrzeugs minimal ist. Im Zweifelsfall ist es am sichersten, die Fahrt zu verschieben, einen sicheren Ort zum Anhalten zu suchen, wenn sich die Lage verschlechtert, oder einfach nicht loszufahren. Extremes Winterfahren stellt nicht den Mut, sondern die Verantwortung auf die Probe. Etwas später oder gar nicht anzukommen, ist immer besser als nie anzukommen.

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