Dreifache Zugkatastrophe in Spanien: 45 Tote in Adamuz und Ermittlungen, die sich auf ein technisches Rätsel konzentrieren

by Marisela Presa

Das spanische Schienennetz erlebt Tage tiefer Erschütterung nach einer Reihe aufeinanderfolgender Unfälle, die den Fokus auf die Sicherheit der Gleise gerichtet haben. Der schwerste Vorfall, von einem seit Jahren nicht gesehenen Ausmaß, ereignete sich letzten Sonntag in Adamuz (Córdoba), wo die Entgleisung eines Hochgeschwindigkeitszugs Iryo zu einer anschließenden Kollision mit einem Alvia-Zug führte, bei der 45 Menschen ums Leben kamen. Fast zeitgleich verschärften zwei weitere Vorfälle die Lage: In Gelida (Barcelona) entgleiste ein Nahverkehrszug aufgrund des Einsturzes einer Stützmauer, und in Cartagena kollidierte ein Schmalspurzug mit dem Ausleger eines Krans, der in den Gleiskörper eingedrungen war, glücklicherweise mit weniger schweren Verletzten.

Die Untersuchung des Unfalls von Adamuz, die komplexeste und dringendste, schreitet ohne feste Schlussfolgerungen voran, liefert aber bereits aufschlussreiche technische Daten. Die Untersuchungskommission für Eisenbahnunfälle (CIAF) und Verkehrsminister Óscar Puente haben die Aufmerksamkeit auf besondere Markierungen oder „Bissstellen“ an den linken Drehgestellen (Achsen) des havarierten Iryo-Zugs gelenkt. Puente räumte als „unbestreitbare Möglichkeit“ ein, dass diese Schäden auf einen Fehler im Gleis zurückzuführen sein könnten, und wies darauf hin, dass vorausfahrende Zuge ähnliche, wenn auch schwächere Spuren aufwiesen. Diese Ermittlungslinie untersucht, ob ein Bruch der Infrastruktur vorlag, ohne jedoch noch zu bestimmen, ob er Ursache oder Folge der anfänglichen Entgleisung war.

Nahezu einhellig haben die Behörden vorläufig mehrere Hypothesen ausgeschlossen. Sowohl das Verkehrsministerium als auch Renfe schlossen menschliches Versagen und überhöhte Geschwindigkeit aus und bestätigten, dass beide Züge mit 200 bis 210 km/h unterhalb der Streckenbegrenzung von 250 km/h fuhren. Minister Puente war deutlich in seiner Aussage, dass „der menschliche Faktor hier keinerlei Einfluss hatte“ und dass der anschließende Aufprall des Alvia unvermeidbar war. Ebenso wies er entschieden zurück, dass der Unfall mit mangelnder Wartung oder Investitionen in die Gleise zusammenhänge, und forderte dazu auf, diese Debatte von den Geschehnissen zu trennen.

Während die technischen Ermittlungen voranschreiten, kursierten in sozialen Medien andere inoffizielle Theorien. Eine davon, die einen möglichen Sabotageakt mit Sprengstoff nahelegte – durch den Vergleich von Bildern der Unfallstelle mit Vorfällen in Polen – wurde von den Behörden nicht als Ermittlungslinie genannt. Andererseits wurde eine alte gewerkschaftliche Forderung nach Geschwindigkeitsreduzierung auf diesem Abschnitt in Erinnerung gerufen, doch deren Befürworter selbst klärten auf, dass es sich um eine Komfort- und keine Sicherheitsfrage handelte, und Daten bestätigen, dass die Züge das festgelegte Limit nicht überschritten.

Während die dringlichste Phase vor Ort zu Ende geht – mit der Auffindung der beiden letzten Opfer und der Aufhebung des Territorialen Notfallplans in Andalusien – tritt die Untersuchung nun in eine akribische Laborphase ein. Innenminister Fernando Grande-Marlaska wies darauf hin, dass Tausende von fotografischen Beweisen, Videos und Daten zur Analyse übermittelt werden. Offizielle Stellungnahmen betonen die Komplexität des Falls und mahnen zur Geduld, da es noch Zeit brauchen werde, um mit Sicherheit die Kette von Fehlern zu bestimmen, die zu dieser Tragödie führten. Priorität bleibt die Aufklärung des Ursprungs jener rätselhaften Markierungen an den Drehgestellen, wie verschiedene offizielle digitale Publikationen hier in Spanien bewerten.

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