Die Handelsbeziehung zwischen Spanien und Deutschland, traditionell eine Säule der europäischen Wirtschaftsstabilität, hat in den letzten Jahren eine intensive Transformationsphase durchlaufen, die von globalen Schocks und strategischer Neukonfiguration geprägt war.
Wenn das Jahrzehnt mit der harten Bewährungsprobe der Pandemie und der Lieferkettenkrise begann und anschließend von den Folgen des Krieges in der Ukraine erschüttert wurde, so hat sich das Jahr 2025 als eine kritische Übung in Anpassung und Suche nach neuen Gewissheiten erwiesen.
Fern davon, sich abzuschwächen, hat die bilaterale Verbindung eine bemerkenswerte Resilienz gezeigt, die auf einer tiefen Interdependenz beruht: Deutschland bleibt der wichtigste Abnehmer Spaniens (rund 10 % seiner Exporte aufnehmend) und sein zweitwichtigster Lieferant, während Spanien seine Position als strategischer Schlüsselpartner an der Südflanke Europas festigt.
Das Jahr 2025 wurde von zwei Hauptvektoren geprägt: der industriellen Umstellung und der Energiewende.
In einem Kontext zunehmenden globalen Wettbewerbs und europäischer Relokalisierungspolitiken haben sich deutsche Investitionen in Spanien in Richtung Hochwertsektoren gedreht.
Die Automobilindustrie, das historische Rückgrat des Austauschs, durchlebt eine beschleunigte Metamorphose mit starken Investitionen in Elektrifizierung und Batterien, wobei die Präsenz von Volkswagen (mit seinen Werken in Navarra und Sagunto) und BMW als Anziehungspole für ein Ökosystem von Zulieferern wirken.
Parallel dazu hat Spanien seine Rolle als entscheidender Energielieferant für Deutschland gefestigt, nicht nur durch Erdgas (mit dem Terminal in Barcelona als alternative Eingangspforte zu russischem Gas), sondern vor allem als gegenwärtiger und zukünftiger Exporteur erneuerbarer Energien, insbesondere grünen Wasserstoffs, einem Bereich, in dem sich die technologische und kommerzielle Zusammenarbeit deutlich intensiviert hat.
Das Jahr war jedoch nicht frei von Wolken und Reibungen. Die wirtschaftliche Verlangsamung im Euroraum, mit Deutschland während eines Teils des Jahres am Rande einer Rezession, hat die Nachfrage nach einigen spanischen Konsumgütern gedämpft.
Hinzu kommen persistente strukturelle Handelsungleichgewichte (Spanien hält ein chronisches Handelsdefizit mit Deutschland) und der Wettbewerb auf Drittmärkten, wo Unternehmen beider Länder mit Produkten der oberen Mittelklasse konkurrieren.
Darüber hinaus haben die anhaltende Inflation und die hohen Energie- und Industriekosten in Deutschland die Wettbewerbsfähigkeit integrierter Wertschöpfungsketten auf die Probe gestellt und beide Volkswirtschaften gezwungen, Prozesse zu optimieren und Effizienz zu suchen.
Ausblick für 2026: Konsolidierung der grünen Wende und Wettbewerbsherausforderungen
Die Aussichten für 2026 deuten auf eine Konsolidierung der eingeleiteten strategischen Trends in einem noch unsicheren Rahmen hin. Eine Vertiefung der Zusammenarbeit in sauberer Energieinfrastruktur und grünen Technologien wird erwartet, mit konkreten Wasserstoffprojekten, die Gestalt annehmen könnten. Die Elektrofahrzeugindustrie und die Digitalisierung der Logistikkette werden weiterhin Kreuzinvestitionen anziehen. Das Handelswachstum könnte jedoch moderat ausfallen, belastet durch die fragile europäische Konjunktur und den globalen Wettbewerb. Die Fähigkeit Spaniens, sich als Innovations- und Nachhaltigkeitsdrehscheibe zu positionieren, über die Rolle eines Lieferanten erneuerbarer Ressourcen hinaus, wird entscheidend sein, um die Waage auszugleichen und in der Wertschöpfungskette gegenüber seinem gigantischen Partner aufzusteigen.
Kurz gesagt, die spanisch-deutsche Handelsbeziehung hat sich über einen einfachen Austausch von Gütern gegen Tourismus und Agrarprodukte hinaus weiterentwickelt.
Im Jahr 2025 hat sie einen festen Schritt in Richtung einer strategischen Industrie- und Energieallianz für die europäische Autonomie gemacht.
Die Herausforderung für 2026 wird sein, die makroökonomische Unsicherheit zu navigieren und dabei den Investitionsschwung in der doppelten digitalen und grünen Transformation aufrechtzuerhalten. Die Stärke des bilateralen Dialogs und der Rahmen der Europäischen Union werden einmal mehr das Gegenmittel gegen Volatilität und die Grundlage für eine Zusammenarbeit sein, die nicht nur Produkte austauschen, sondern die industrielle Zukunft des Kontinents gemeinsam gestalten will.
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