Der 4. Nationale Frauen im Transport-Kongress in Madrid festigt weibliches Talent als Treiber des Wandels in der Branche

by Marisela Presa

Die Madrider Ingenieurkammer für Bauwesen (Colegio de Ingenieros de Caminos, Canales y Puertos) war an diesem Wochenende Gastgeber des 4. Nationalen Frauen im Transport-Kongresses, einer Veranstaltung, die Fahrerinnen, Unternehmerinnen, Führungskräfte und Expertinnen zusammenbrachte, um die großen Herausforderungen des Straßengüterverkehrs zu erörtern und die Rolle der Frau in einem für die spanische Wirtschaft strategischen Sektor zu würdigen.

Die Tagung, die ihre erfolgreiche vierte Ausgabe abschloss, hinterließ zentrale Aussagen zur dringenden Notwendigkeit, weibliche Talente anzuziehen, um den wachsenden Mangel an Berufskraftfahrern zu beheben.

Eine einstimmige Aussage: Mehr Frauen zur Bekämpfung des Fahrermangels

Die Hauptaussage der Veranstaltung, die in allen Diskussionsrunden widerhallte, war die Überzeugung, dass die Integration von Frauen nicht nur eine Frage der Gleichstellung, sondern eine strukturelle Notwendigkeit für das Überleben der Branche ist.

Die Generalsekretärin für Verkehr im Ministerium für Verkehr und nachhaltige Mobilität, Rocío Báguena, die für die institutionelle Eröffnung zuständig war, betonte „die Bedeutung der Förderung der weiblichen Präsenz im Verkehrssektor, um hin zu einem wettbewerbsfähigeren, sichereren und integrativeren Sektor voranzukommen“. Diese Diagnose wurde von allen Teilnehmerinnen geteilt, die darin übereinstimmten, dass der Mangel an LKW-Fahrern in Spanien – eines der dringendsten Probleme – nur durch die Verbesserung der Arbeits- und Gehaltsbedingungen und den Abbau von Stereotypen, die Frauen von den LKW-Fahrerkabinen fernhalten, umgekehrt werden kann.

Erfahrungen aus dem Führerhaus: Vereinbarkeit und Sicherheit als Herausforderungen

Einer der emotionalsten und aufschlussreichsten Momente des Kongresses kam von den Protagonistinnen selbst. In der Diskussionsrunde mit dem Titel „Der Verkehr aus Frauensicht“ gewährten die Berufskraftfahrerinnen Adriana Muresan und Dolores Jiménez Einblicke in ihren Alltag am Steuer und boten eine schonungslose, aber hoffnungsvolle Sicht auf den Beruf. Beide stimmten darin überein, die Schwierigkeiten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Sicherheit als die Haupthindernisse zu nennen, mit denen Frauen auf der Straße konfrontiert sind. „Es geht nicht nur darum, einen LKW zu fahren, sondern darum, dies mit der Ruhe tun zu können, zu wissen, dass man am Ende der Route sein Privatleben mit dem Berufsleben vereinbaren kann“, betonte Jiménez, während Muresan einen Appell an die Unternehmen richtete, ihre Flotten und Richtlinien an eine vielfältigere Realität anzupassen.

Innovation und Lösungen: Von der Digitalisierung zur Nachhaltigkeit

Der Kongress blickte nicht nur auf die Probleme, sondern auch auf die Werkzeuge zu deren Überwindung. Die technischste Runde des Tages, „Der LKW aus Frauensicht“, verzeichnete die Teilnahme von Expertinnen wie Ágatha Gracia (UTA Edenred), Belén Gómez (VDO), Camila Costa (Michelin Connected Fleet) und Rosa Zapico (Mercedes-Benz). Gemeinsam analysierten sie, wie Digitalisierung, intelligente Fahrtenschreiber, vernetztes Flottenmanagement und die Fortschritte bei Elektrofahrzeugen den Straßengüterverkehr verändern. Die dritte Runde, „Lösungen für den Transport“, konzentrierte sich derweil auf Nachhaltigkeit und Effizienz, mit Beiträgen von Celia Gómez (Repsol), Cristina Serrano (Afersa) und Gloria Ibáñez (FASERTRANS), die sich für eine stärkere öffentlich-private Zusammenarbeit und die Energiewende als Hebel des Wandels aussprachen.

Die Veranstaltung wurde von bedeutenden Persönlichkeiten aus der Geschäftswelt und dem Verbandswesen besucht, die die Ingenieurkammer in ein wahres Reflexionsforum verwandelten. Neben Rocío Báguena nahmen Führungskräfte wie Mireia Sedano (Transportes Sedano) und Anna Bronicka (Moeve) teil, die ihre Vision aus der Unternehmensführung einbrachten. Der entspannteste Moment des Tages kam jedoch zweifellos von der Komikerin und Stand-up-Künstlerin Pepa Golden, die mit ihrem von Ironie und Nähe geprägten Auftritt das Publikum zum Lachen brachte und bewies, dass Humor auch in den ernsthaftesten Debatten über die Zukunft des Verkehrs Platz hat.

Die „Impulsoras del Transporte“-Preise: Eine goldene Krönung für weibliches Talent

Den krönenden Abschluss des Kongresses bildete die Verleihung der „Impulsoras del Transporte“-Preise, eine Initiative, die in diesem Jahr von der Marke Scania ins Leben gerufen wurde, um die Laufbahn, das Talent und den Beitrag von Frauen zur Entwicklung der Branche zu würdigen. Sonia García, Direktorin für Marketing und Kommunikation bei Scania, überreichte die Auszeichnungen in einer emotionalen Zeremonie. Der Preis für die Impulsora (Wegbereiterin) des Unternehmertums ging an das WinRED-Projekt von Repsol, entgegengenommen von Celia Gómez, für ihre Arbeit zur Förderung weiblicher Talente im Energiebereich, angewandt auf den Verkehr. Anna Bronicka von Moeve wurde als Impulsora der Gleichstellung ausgezeichnet, während Marta Serrano die Anerkennung in der Kategorie Ausbildung erhielt. Der Preis für die Impulsora der Karriere ging an Beatriz García, und der Spezialpreis am Steuer „Oti Cabadas“ – eine Hommage an eine der beliebtesten Fahrerinnen der Branche – wurde Liliana Condurache in Anerkennung ihrer Karriere und Hingabe am Steuer verliehen.

Ein als Referenz etablierter Kongress

Die vierte Ausgabe des Nationalen Frauen im Transport-Kongresses, die in der Calle Almagro 42 stattfand, hat erneut gezeigt, dass sich die Veranstaltung als unverzichtbarer Ort etabliert, um weibliches Talent sichtbar zu machen und über die Zukunft des Straßengüterverkehrs zu debattieren. Mit einem Programm, das in Diskussionsrunden strukturiert war und Themen vom Fahrermangel über technologische Innovation bis hin zu Nachhaltigkeit und Vereinbarkeit behandelte, bekräftigte der Kongress, dass die Perspektive der Frauen, die täglich zur Entwicklung des Sektors beitragen, der Schlüssel zum Aufbau eines gleichberechtigteren, innovativeren und nachhaltigeren Verkehrswesens ist. Die Veranstaltung, die bereits auf ihre fünfte Ausgabe blickt, hinterlässt eine klare Botschaft: Die Zukunft des Verkehrs wird weiblich sein oder sie wird nicht sein.

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